Der Tibet Terrier ist ein ganz besonderer Hund. Das wird bestimmt jeder Rasseliebhaber von seiner Rasse behaupten, aber manchmal bin ich mir gar nicht sicher ob ich den Tibi als „Hund“ bezeichnen würde oder als eine eigene Spezies. Mit Worten ist das nicht zu erklären, aber wer den Tibi kennt, weiß was ich meine…

Der Tibi lernt unheimlich schnell. Am schnellsten seine Menschen auswendig, um zu wissen wie er am besten am Leckerlies, Lob und Streicheleinheiten herankommt. Dabei kann er sie erziehen, ohne dass die Menschen etwas davon mitbekommen. Wenn man dies doch bemerkt und geschickt nutzt, kann man dem TT die nötigen Grundkommandos gut beibringen. Aber Vorsicht: manchmal überlegt er genau, ob das sein muss bzw. jetzt gleich oder ob es nicht später reicht. Auf dem Hundeplatz kann man dann manchmal beobachten, dass der Tibet Terrier 5x brav „platz“ macht und danach sich umdreht und sich gedanklich anderen Dingen widmet. Reicht ja auch um zu zeigen, dass man es kann…

Aber der Tibi braucht eine gute Teambindung zu seinem / seinen Menschen. Ohne die wird er sehr unglücklich. Der Tibimensch muss sich auf seine Eigenarten einstellen könne. Auch die tibetische Gelassenheit, die der Tibi manchmal an den Tag legt erfordert manchmal sehr viel Geduld.

 Selbstbewusstsein gehört auch zu den Charaktereigenschaften. Aber auch da muss man aufpassen, weil der Tibi gerne meint ihm gehöre die Welt und er könnte es mit allem und jedem aufnehmen. Er ist keineswegs bösartig, wacht aber enorm und alles was ihm fremd ist, wird auch meistens sehr suspekt betrachtet und gegebenenfalls versucht in die Flucht zu schlagen.

 Diese Wachsamkeit ist enorm praktisch wenn die Türklingel nicht funktioniert. Wenn man Glück hat, hat man ein Exemplar erwischt, das nicht jede Ameise vor der Tür bemerkt. Aber wenn niemand vor der Tür stehen bleibt, hört der TT auch wieder auf „Bescheid zu sagen“. Genau das möchte er eigentlich. Er gibt die Info einfach weiter. In Tibet an die großen Do Khyis, die sonst in Ruhe schlafen können, da die Tibis ja Alarm schlagen. Aufgabenverteilung eben.

Apropos Aufgaben… Man sollte den Tibi beschäftigen. Reiner Auslauf im Sinne von stupidem Laufen ist für ihn grausam. Wenn er geistig nicht genug beschäftigt wird, sucht er sich selbst Beschäftigungen. Schubladen aufmachen und den Inhalt durchsuchen, WC-Papier abrollen um an die Papprolle zu gelangen, Spielsachen der Kinder sortieren, neue Kletterkünste an Stühlen und Tischen zu erproben und einiges mehr.

Manche finden die Haare vor den Augen störend. Sie möchten unbedingt die tollen Augen des Tibis sehen. Sie sind aber auch bezaubernd. Oder besser gesagt verzaubernd. Denn der Blick, den der Tibi an sich hat, lässt Herzen weich werden. Deshalb sollte man sich überlegen, ob man die Augen wirklich immer so genau sehen möchte.

Auch Pfoten der Tibet Terrier sind etwas Besonderes. Ihre Zehen sind beweglich und lassen damit auch sicheren Gang auf unebenen Untergründen zu. Manche Tibis entwickeln sogar richtige Kletterkünste und schaffen es über Zäune und auch an den Griffen in der Küche auf die Arbeitsplatte zu gelangen. Außerdem sind die Pfoten recht groß und mit viel Fell versehen. Damit kann besonders gut gesammelt werden. Dreck, Kletten, im Winter gerne Schneeklumpen (aber die sind sehr unangenehm für den Hund) bleiben dort gerne hängen, wie auch eigentlich im gesamten Fell. Aber egal wie sie aussehen, den Charme verliert ein Tibet Terrier dadurch nicht.